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DIE MAGAN-SCHRIFT

I. Vom Beginn der Welt

  1. Horche und erinnere Dich!
    Im Namen ANUs, erinnere Dich!
    Im Namen ENLILs, erinnere Dich!
    Im Namen EN
    KIs, erinnere Dich!
    Als die Himmel in den Höhen noch keine Namen trugen,
    Und die Erde keinen Namen trug,
    Und als nichts existierte außer den Meeren von ABSU,
    Dem Alten,
    Und MUMMU TIAMAT, der Alten,
    Die sie alle zeugten,
    Ihre Wasser wie Ein Wasser.
    Zu jener Zeit, ehe die Älteren Götter hervorgebracht worden waren,
    Mit keinem Namen gerufen,
    Ihre Schicksale unbekannt und unentschieden,
    Da war es, daß die Götter unter den Alten geformt wurden,
    LLMU und LLAAMU wurden hervorgebracht und mit Namen benannt,
    Und Alter lang wuchsen sie an Alter und Haltung.
    ANSCHAR und KISCHAR wurden hervorgebracht
    Und zeugten ANU,
    Der NUDIMMUD zeugte, Unseren M
    eister ENKI,
    Der ohne Rivalen unter den Göttern ist,
    Erinnere Dich!
  2. Die Älteren kamen zusammen,
    Sie störten TIAMAT, die Alte, wie sie hin und her wogten,
    Ja, sie belästigten den Bauch TIAMATs
    Durch ihre Rebellion in der Himmelswohnung.
    ABSU konnte das Geschrei nicht dämpfen,
    TIAMAT war sprachlos.
    Ihre Taten waren den Alten abscheulich.
  3. ABSU erhob sich, heimlich die Älteren Götter zu töten.
    Mit magischem Spruch und Zaubermacht focht ABSU,
    Doch wurde getötet von der Magie der Älteren Götter.
    Und es war ihr erster Sieg.
    Sein Körper wurde in einen leeren Raum gelegt,
    In einer Spalte der Himmel
    Verborgen
    Wurde er gelegt;
    Doch sein Blut schrie zur Himmelswohnung.
  4. TIAMAT
    Erzürnt,
    Mit bösen Gefühlen angefüllt,
    Sprach:
    Laßt uns Monstren schaffen,
    Die ausziehen und kämpfen
    Gegen diese Söhne der Niedertracht,
    Die mörderischen Abkömmlinge,
    Die einen Gott zerstörten.
    HUBUR erhob sich, sie, die alle Dinge formte,
    Und die Magie besitzt wie Unser Meister.
    Sie fügte dem Arsenal der Alten unvergleichliche Waffen hinzu,
    Sie zeugte Monster-Schlangen
    Mit scharfen Zähnen, langen Fängen,
    Sie füllte ihre Körper mit Gift statt des Blutes,
    Brüllende Dämonen schlug sie mit Schrecken,
    Krönte sie mit Nimben, schuf sie wie Götter,
    So daß, wer sie wahrnimmt, vergehe,
    Und daß sie mit den sich aufbäumenden Leibern
    Niemand umkehren lasse.
    Sie rief herbei die Viper, den Drachen, den Geflügelten Stier,
    Den Großen Löwen, den Wahnsinns-Hund, den Menschen-Skorpion,
    Mächtige, rasende Dämonen, Gefiederte Schlangen, den Pferde-Menschen,
    Die Waffen tragen, die keinen verschonen,
    Furchtlos im Kampf,
    Verzaubert mit Zauber alter Zauberei,
    ... zusammen Elf dieser Sorte zeugte sie
    Mit KINGU, dem Führer der Häscher.
  5. Erinnere Dich!
    ENKI,
    Unser Meister,
    Fürchtete die Niederlage, rief seinen Sohn herbei,
    MARDUK,
    Rief herbei seinen Sohn,
    Den Sohn der Magie,
    Erzählte ihm den Geheimen Namen,
    Die Geheime Zahl,
    Die Geheime Form,
    Durch die er kämpfen könnte
    Mit der Alten Horde
    Und siegreich sein.
    MARDUK KURIOS!
    Hellster Stern unter den Sternen,
    Stärkster Gott unter den Göttern,
    Sohn der Magie und des Schwertes,
    Kind der Weisheit und des Wortes,
    Kenner des Geheimen Namens,
    Kenner der Geheimen Zahl,
    Kenner der Geheimen Form,
    Er bewaffnete sich selbst mit der Scheibe der Macht.
    In Feuerwagen ging er von dannen.
    Mit brüllender Stimme rief er den Zauber,
    Mit lodernder Flamme füllte er seinen Körper;
    Drache, Viper, sie fielen nieder,
    Löwe und Pferdemensch wurden getötet.
    Die Mächtigen Wesen von HUBUR getötet,
    Die Zauber, die Sprüche waren zerbrochen.
    Nichts, nur TIAMAT blieb.
    Die Große Schlange, Riesiger Wurm,
    Die Schlange mit eisernen Zähnen,
    Die Schlange mit scharfen Klauen,
    Die Schlange mit Todesaugen,
    Sie stürzte auf MARDUK los,
    Mit Brüllen,
    Mit Fluchen,
    Stürzte sie los.
    MARDUK schlug sie mit der Scheibe der Macht,
    Blendete TIAMATs Todesauge.
    Das Monster erhob sich und hob seinen Rücken,
    In alle Richtungen schlug sie nun aus,
    Spie alte Worte der Macht,
    Schrie alte Beschwörungen.
    MARDUK schlug wieder zu
    Und blies einen Schlimmen Wind in ihren Körper
    Der füllte die tobende, verruchte Schlange.
    MARDUK schoß zwischen die Klauen
    Den Verzauberten Pfeil von ENKIs Magie.
    MARDUK schlug wiederum zu und trennte
    Den Kopf vom Körper der TIAMAT.
  6. Und alles war ruhig.
    Erinnere Dich!
  7. MARDUK,
    Sieger,
    Nahm die Tafeln des Schicksals,
    Ungeheißen,
    Hängte sie um seinen Hals.
    Zugejubelt wurde ihm von den Älteren Göttern.
    Der erste unter den Älteren war er.
  8. Er schlug die TIAMAT in zwei Teile
    Und formte die Himmel und die Erde,
    Mit einem Tor, um die Alten im Draußen zu halten.
    Mit einem Tor, dessen Schlüssel für immer verborgen –
    Außer den Söhnen des MARDUK,
    Außer den Anhängern Unseres Meisters
    ENKI,
    Des ersten in der Magie der Götter.
  9. Aus KINGUs Blut formte er den Menschen,
    Erbaute Wachttürme für die Älteren Götter.
    Machte ihre Astralleiber als Sternzeichen fest,
    Daß sie das Tor von ABSU bewachen,
    Das Tor von TIAMAT beobachten sie,
    Das Tor von KINGU überwachen sie,
    Das Tor, dessen Hüter IAK SAKKAK ist, binden sie.
    All die Älteren Kräfte widerstehen
    Der Macht der Alten Kunstfertigkeiten,
    Dem Magischen Spruch der Ältesten,
    Der Beschwörung der Urkraft,
    Dem Berge KUR, dem Schlangengott,
    Dem Berge MASSCRU, dem der Magie,
    Dem Toten KUTULU, tot jedoch träumend,
    TIAMAT, tot, jedoch träumend,
    ABSU, KINGU, tot jedoch träumend,
    Und werden ihre Zeiten einst wiederkehren?
  10. Wir sind die Verlorenen.
    Aus einer Zeit vor der Zeit,
    Aus einen Land jenseits der Sterne,
    Aus der Zeit, als ANU auf der Erde weilte
    In der Begleitung Strahlender Engel.
    Wir haben den ersten Krieg überlebt,
    Den zwischen den Kräften der Götter,
    Und wir haben den Grimm der Alten,
    Dunkler Engel,
    Über die Erde ziehen sehen.
    Wir sind aus einer Rasse jenseits der Wanderer der Nacht.
    Wir haben die Zeit überlebt, als ABSU die Erde regierte,
    Und die Kräfte zerstörten unsere Generationen.
    Wir haben auf Bergesspitzen überlebt
    Und unter den Füßen der Berge.
    Und wir haben mit den Skorpionen gesprochen
    In Treue und wurden betrogen.
    Und TIAMAT hat versprochen, uns nimmer anzugreifen
    Mit Wasser und Wind,
    Doch die Götter sind vergeßlich.
  11. Unter den Meeren von NAR MARRATU,
    Unter den Meeren der Erde, NAR MARRATU,
    Unter der Welt liegt schlafend
    Der Gott des Grimmes, tot jedoch träumend,
    Der Gott TSCHUTHALU, tot jedoch träumend!
    Der Gott von KUR, ruhig doch donnernd!
    Das einäugige Schwert, kalt jedoch glühend!
  12. Er, den Ihn erweckt, ruft die alte
    Rache der Älteren,
    Der Sieben Ruhmreichen Götter,
    Der Sieben Ruhmreichen Städte,
    Auf sich und auf die Welt hernieder,
    Eine alte Rache.
  13. Wisse, daß unsere Jahre die Jahre des Krieges sind;
    Und unsere Tage werden durch Schlachten gemessen.
    Und jede Stunde ist ein Leben,
    Dem Draußen verloren;
    Jene von Draußen
    Haben Beinhäuser erbaut,
    TIAMATs Teufel zu nähren.
    Und das Blut der Schwächsten hier
    Ist TIAMATs Trankopfer,
    Der Ghoul-Königin,
    Der Schmerzen-Bringenden.
    Und um sie anzurufen, muß
    Das Rote Wasser des Lebens
    Auf einem Steine vergossen werden,
    Der Stein mit einem Schwerte geschlagen werden,
    Das elf Menschen getötet hat,
    Als Opfer für HUBUR,
    So daß der Streich ertönt
    Und TIAMAT aus ihrem Schlafe ruft,
    Aus dem Schlaf in den Höhlen
    Der Erde.
    Und niemand mag wagen, weiter zu gehen,
    Denn den Tod anzurufen heißt,
    Das Sterbegebet aussprechen.