|  Home  |  Götter & Daimonen  |  Ägypten  |  Babylon  |  Germanen  |  7 Tage  |  Kabbala  |  Symbole  |  Dimensionen  |  Magie  |  Magischer Weg  |  Mondphasen  | 



Der Turm zu Babel 
Breugel 
Miniatur 
Kircher 
Rekonstruktion 
Ruine 
Babylonische Mythologie 
Die Götter der Babylonier 
Magan - Schrift 
I. Teil 
II. Teil 
III. Teil 
IV. Teil 
V. Teil 
Gilgamesch Epos 





Teil des Gilgamesch Epos

von www.daemonen.de (genehmigt)

  1. ...Große Taten vollbringen Gilgamesch und Enkidu, allein sie müßen sterben. Gilgamesch
    versuchte alles um die Unsterblichkeit zu erlangen und nach dem Tod seines Freundes gibt
    es kein anderes Ziel mehr für ihn - doch umsonst.
    Adapa verspielte das ewige Leben einst weil Ea, der weiseste unter den Göttern es so wollte
    und so müßen seitdem alle Menschen sterben.
    Diese bittere Erkenntnis der Sinnlosigkeit des eigenen Strebens nach der Frucht der Unsterblichkeit,
    die bittere Erkenntnis der eigenen Vergänglichkeit findet im Mythos von Gilgamesch ihren vollendeten
    Ausdruck.

  2. Himmel und Erde waren noch nicht; allein der uranfängliche Ozean, das süße Wasser Apsu und
    das salzige Wasser Tiamat waren miteinander vermischt und enthielten Mummu die Urform des Seins.
    Daraus entstanden Lachamu und Lachmu. Sie erhielten Ihre Namen und gehören zu den ersten Göttern.

  3. Einstmals, als droben
    der Himmel noch nicht benannt war,
    drunten die Erde
    noch keinen Namen trug
    als der Ozean, der uranfängliche,
    beider Erzeuger,
    und das Getöse Tiamat,
    die beiden gebar,
    Ihre Wasser in eins
    zusammenmischten,
    als kein Feld noch gebildet,
    kein Rohr noch zu sehen,
    einst, da von den Göttern
    kein einziger entstanden,
    kein Name genannt,
    kein Los bestimmt war-
    da wurden geschaffen
    die Götter.
    Lachmu und Lachamu entstanden,
    weiteste Zeitläufte schwanden.

  4. Nach Ihnen entstanden der Himmelsraum Anschar und der Erdraum Kischar. Aus Anschar ging sein
    Sohn Anu hervor, der große Gott des Himmels. Anu erzeugte Ea, der an Weisheit und Klugheit
    alle Götter überragte und stärker war als sein Ahnherr Anschar. Zuletzt entstand Enlil, der Herr der
    bewohnten Welt.
    Die Götter versuchten, Apsu zu überwältigen. Da beriet Apsu sich mit Mummu, und sie gingen beide zu
    Tiamat, um sie zu bitten, ihnen gegen ihre göttlichen Kinder beizustehen.
    Da beschloß Tiamat, zusammen mit Apsu und Mummu die göttlichen Kinder zu vernichten.
    Aber der Gott Ea, der alles weiß, sprach einige Zauberformeln, und Tiamat und Apsu wurden
    mit Schwäche geschlagen.....(verflucht sei er - Anm von Azazel.)

  5. Dann erzeugte Ea mit seiner Braut Lachamu den großen Gotthelden Marduk, der 4 Augen
    und 4 Ohren hat, damit er alles sehe und höre. Wie leuchtendes, strahlendes Feuer ist Marduks Rede
    und seine Gestalt überragt alle anderen Götter. Er ist ein Sonnenkind, der Frühlingssohn, der die
    Finsternis überwältigt.

  6. Der Gott Kingu, Tiamats Gemahl, rief Tiamat zur Rache auf. Da sammelte Tiamat ihre Heerscharen;
    elf widerliche, dämonische Ungeheuer rief sie zum Kampfe auf und gab Ihren Gatten den Oberbefehl.
    Ea führte die Götter gegen sie an, aber er war seinen Feinden nicht gewachsen.
    Ein heftiger Kampf tobte. Ea und die Götter wurden besiegt und mußten weichen, und als
    Anschar Ea aufforderte, weiterzukämpfen, weigerte sich Ea, den Kampf von neuen aufzunehmen.
    Da befahl Anschar seinem Sohn Anu, die Götter gegen Tiamats grausiges Heer anzuführen, aber als Anu
    die wüste Horde der Feinde erblickte, befiehl ihn heftige Angst, und er bat ihn, ihn seines Auftrags
    zu entheben. Die führerlosen Götter begaben sich nun wiederum zum Ea und legten ihm nahe,
    seinen Sohn Marduk zu überreden, den Kampf zu wagen und zu befehligen.
    Marduk war zum Kampfe bereit, trat vor Anschar und sprach:
    "Noch ehe Du zu Ende gesprochen hast, werde ich Deinen Befehl ausgeführt haben. Wie sollten
    wir uns vor Tiamat, einem Weibe, fürchten?"
    "Wohlan!" sprach Anschar, bringe Tiamat zur Ruhe, daß sie Freiden hält!"
    Marduk verlangte für seinen Sieg aber einen hohen Preis: er wollte im Saal der Schicksals-
    beschlüsse, in dem die Götter jährlich über die Geschicke der Welt entscheiden, vor allen
    die Würde des obersten Gottest haben, damit sein Wort und sein Gebot im Himmel und
    auf Erden, für Götter und Menschen Geltung besitze.
    Anschar konnte Marduk diese Bedingung nicht zugestehen; so rief er alle Götter im Saal der
    Schicksalsbeschlüsse zusammen, ließ ein großes Mahl für sie bereiten und wollte sie veranlassen,
    bei Speiß und Trank Marduks Bedingung zu erwägen und in Anbetracht der großen Gefahr
    anzunehmen.
    Alle Götter traten in großer Angst und mit furchtbarem Schrecken in den Saal der Schicksals-
    beschlüße, küßten einander zur Begrüßung, setzten sich an die Tafel und begannen zu essen
    und zu trinken. Obwohl sie bald trunken waren, zauderten sie immer noch, Marduks Bedingungen
    anzunehmen; denn sie hielten ihn nicht für fähig, zu regieren.
    Schließlich forderten die Götter Marduk auf, einen Beweis dafür zu liefern, daß er genügend
    Macht und Kraft zur Herrschaft über die Götter besitze. Sie legten ein Kleid vor ihn und
    forderten ihn auf: " Oh Marduk, der Du als Weltbeherrscher über göttliche Kraft gebietest!
    Dein Wort genügt, zu erschaffen und zu vernichten. Befiehlst Du es, so vergeht das Kleid;
    befiehslt Du dann wiederum, so ersteht es neu!" Da sprach Marduk sein machtvolles Wort,
    und das Kleid verging im gleichen Augenblick. Wiederum sprach Marduk sein machtvolles
    Wort, und das Kleid erstand neu. Als die Götter dies sahen, riefen sie: " So sei Marduk
    unser Herr!"

  7. Marduk erhielt von den Göttern das Zepter, den Thronsessel und das Beil zum Zeichen
    seiner Macht und dass er die darinliegende Kraft gebrauche. Durch sein Wort schuf Marduk
    sich Bogen und Speere, Keulen und Köcher, den Blitz, ein Netz um Tiamat darin zu fangen,
    die Winde und Orkane, die Wasserflut und den Streitwagen. Dann erhob er sich in
    furchterregender Gestalt und hatte ein Kraut in der Hand, das Tiamats Gift unschädlich
    machen konnte. " Auf in den Kampf!" rief Marduk, "daß Tiamat der Lebensatem ab-
    geschnitten werde!"

  8. Als Tiamats Horden Marduks Waffen erblickten, befiel sie furchtbare
    Angst. Tiamat aber rief eine Zauberformel und schmähte Marduk mit
    höhnischer Rede; der aber erfasste den Zyklon, seine Waffe und rief
    ihr entgegen: " Die du Kingu zu deinem Gemahl erkoren und mit ihm
    beschlossen hast, Unheil zu stiften und die Götter zu vernichten -
    komm her, damit wir miteinander kämpfen und uns messen!"
    Tiamat stieß mit weit aufgerissenen Rachen ihre Zauberformeln
    aus, doch Marduk ließ ihr den Sturmwind in den Rachen fahren,
    dass sie das Maul nimmer zu schließen mochte, blähte ihr den Leib
    mit schweren Stürmen und schoß ihr einen Pfeil in den Schlund,
    der ihr innerstes zerfetzte und ihr Herz mitten durchbohrte. Dann fesselte
    Marduk Tiamat, warf sie nieder und stieg als Sieger auf ihren Körper.
    Tiamats Ungeheuer erschraken gewaltig und ergriffen sofort die Flucht,
    doch Marduk holte sie alle ein, zerbrach ihre Waffen undund fing sie in seinem
    Netz. Danach spaltete er Tiamats Leib in 2 Hälften und erschuf daraus den Himmel
    und die Erde. Er bestellte Wächter und befahl ihnen, die Wasser nicht vom
    Himmel abfließen zu lassen. Als Gegenstück des Himmels erschuf er den
    Ozean, die Wohnstätte des weisen Gottes Ea. So schuf Marduk Himmel, Erde
    und Meer, über die er drei Götter setzte: Anu erhielt den Himmel, Enlil erhielt die Erde,
    Ea erhielt das Meer.

  9. Weiter erschuf und ordnete Marduk die Sternbilder und bestimmte den Weg
    der Himmelskörper. Zu beiden Seiten des Himmels öffnete er die Tore,
    durch welche die Sonne auf- und untergeht; dann bestimmte er die
    Gestalten und die Zeiten des Mondes. Als die Götter sich bei ihm
    beklagten, es gebe keine Wesen, die Ihnen huldigten und ihnen Opfer
    darbrächten, beschloß Marduk, ihren Wunsch zu erfüllen.
    So wurde der Mensch erschaffen, dessen Aufgabe darin besteht, die
    Götter zu ehren und ihnen zu huldigen.
    Marduk beriet sich mit Ea, dem Weisen unter den Göttern, und sprach
    zu ihm: "Blut will ich nehmen, Gebein dazufügen und Lullu erschaffen, den
    Menschen. Ihm soll der Dienst an den Göttern auferlegt werden. Die Götter
    teile ich in zwei Gruppen: in die Himmlischen und die Irdischen, und sie
    sollen alle gleichermaßen von den Menschen geehrt werden, damit sie
    zufrieden sind." Ea gab Marduk den Rat, zur Erschaffung des Menschen
    einen der Götter zu nehmen, am besten Kingu, der Tiamat zum Aufruhr
    angestiftet hatte. Kingus Blut solle zur Erschaffung des Menschen
    verwendet werden.
    Marduk befragte die großen Götter und sie billigten Eas Plan. Kingu
    wurde herbei geholt und getötet, und Marduk erschuf aus seinem Blut
    den Menschen, den er zum Dienst für die Götter verpflichtete. So entstanden
    die Menschen durch Marduks Umsicht und Eas Klugheit. Die Götter der
    unteren Welt waren von Dankbarkeit gegen Marduk erfüllt und gelobten, ihm
    einen Tempel zu bauen.

  10. Marduk nahm ihr Angebot freudig an und bestimmte Babel zum Ort des
    Tempelbaus. Nach einem Jahr war der Tempel vollendet, dessen Spitze
    bis zum Himmel ragte, und er wurde Anu, Enlil und Ea zur Wohnung
    angewiesen. Da sprach Marduk zu den Göttern: " Dies ist Babel,
    das Tor Gottes, der Ort unserer Wohnung!"
    Marduk lud alle Götter, fünfzig an der Zahl, zu einem Festmahl
    in seinen Tempel. Nachdem sie alle gegessen und getrunken hatten
    und die Tafel abgeräumt war, setzte Marduk ihnen die Gebote für
    die Aufrechterhaltung und Gewähr der Ordnung der Welt fest.
    Zuletzt hielt Anu eine große Lobrede auf Marduk und besang
    sein herrliches Werk, die Erschaffung und die Erhaltung der Welt:

  11. Er, Marduk, besiegte Tiamat,
    er, Marduk, unterdrückte sie,
    bis in zukünftige Geschlechter,
    bis in die spätesten Zeiten!